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In die Küche junge Frau

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Mein Eiweißbad erhielt ich auch, aber ich gebe zu, es war nicht, wie ich es mir vorgestellt hatte. Schnell kühlte das Sperma auf meiner erhitzten Haut ab und ich wusste, das brauche ich kein zweites Mal. Aber es ausprobiert zu haben, setzte einen Haken hinter diesen Wunsch. Denn mal ganz ehrlich, welche normale Frau bekommt solche Sehnsüchte erfüllt?


Du kennst die Vorgeschichte? Wenn nicht, hier geht es zu Teil 1 >>>


Rundherum glücklich begab ich mich danach in meine Suite, duschte, genoss ein vorzügliches Mittagessen und verweilte anschließend noch ein wenig im Schwimmbad und beobachtete das Treiben der anderen Gäste. Dadurch wurde mir bewusst, dass die meisten von ihnen hier alleine hergekommen waren und nur die Erfüllung ihrer Träume, Wünsche und Begierden suchten. Ein wunderbarer Ort inmitten einer romatischen Landschaft, besser konnte das Geschäftskonzept nicht sein.


Gastbeitrag © Copyright Doris Anbetracht


Mit einem Prickeln und Strahlen im Gesicht verließ ich das Hotel wieder und mein Fahrer wartete schon punktgenau auf mich. Sein Lächeln schien ihn jünger aussehen, als er war. Obwohl auch in seiner Haltung und irgendwie, ich konnte es mir nicht erklären, wirkte er weniger alt.

»Hatten Sie einen schönen Aufenthalt?«

»Ja, danke. Es war wunderbar. Ich wusste gar nicht, dass es solche Möglichkeiten bei uns in der Nähe gibt.«

Ich schlief ein, träumte von meinen Liebhabern und stieg frisch und gut gelaunt zuhause aus.

»Bis zum nächsten Mal«, verabschiedete mich mein Fahrer und zwinkerte.

Weihnachten rückte immer näher. Die Arbeitswelt hatte mich nach diesem erquicklichen Wochenende wieder und mein Adventskalender. So sehr ich an dem Abend noch suchte, das Päckchen für den 14. Dezember war in meiner Wohnung unauffindbar, obwohl ich genau wusste, es lag mit in dem Karton der Auslieferung. Ja, ich hatte es im Hotel geöffnet, aber nicht eingepackt. Dieses Geheimnis brachte mich zum Grübeln. Wie auch so viele andere Dinge und Situationen, die mit diesem speziellen Adventskalender zusammenhingen.

Liebeskugeln

Keiner meiner ehemaligen Freunde und Partner kannte all die geheimen Wünsche und Sehnsüchte, die sich in mir bargen. Manche waren nicht einmal mir selbst bewusst. Bis ich sie auspackte, in der Woche danach. Wer war es, der mir all diese Freuden bereitete?

Der Gönner, unsichtbar und verständnisvoll. Kein normaler Mann würde solche Geschenke machen. Die wenigsten Frauen diese so ohne Vorbehalt annehmen und ausleben. Ob ich das alles nur träumte? Auch wenn es etwas unheimlich war, die Angst, dass ich aufwachte und es wäre vorbei, war gigantisch. Denn bekanntlich ist das 24. Türchen das besondere. Das, in dem sich die größte Überraschung befindet. Auf keinen Fall wollte ich dieses verpassen.

Das Wochenende erfüllte eine gewisse Sättigung, was meinen Hunger nach Sex betraf. Das Gefühl, breitbeinig durch den Montag und Dienstag zu laufen, war übermächtig. So beinhalteten die Päckchen dieser Tage auch eine köstlich duftende Lotion für meinen Körper und eine CD mit Musik zum Entspannen. Erst am Mittwoch wurde er erneut erotisch. Erst wusste ich nichts damit anzufangen, was ich auspackte, denn das Teil sah aus wie eine Minihantel mit Schnur. Eine Beschreibung verriet mir, dass es in der Tat so etwas war, für meinen Beckenboden.

Spaßeshalber führte ich mir die Liebeskugeln nach dem Frühstück ein, um damit zur Arbeit zu gehen. Das ungewohnte Rotieren der Innenkugeln aktivierte meine erogenen inneren Zonen dermaßen, dass mein Gang bestimmt zum Schießen ausgesehen hatte. Schließlich konnte ich ja nicht laut keuchend durch die Straßen trippeln und meine Wollust herausschreien. Und irgendwo entfernen, dafür gab es keine Örtlichkeiten. Mein Becken zuckte entsprechend bei meinen Schritten, meine Vagina jauchzte. Es brauchte definitiv keinen Mann, um die Erregungskurve oben zu halten.

Spießrutenlauf

Aber ich beschloss, diese Teile nie wieder auf den Weg zur Arbeit einzusetzen. Denn als ich ankam, etwas laut schnaufend, um die Ekstase nicht herauszuposaunen, meinten alle, ich sähe krank aus und ob ich nicht besser wieder nach Hause gehen wolle. Zumal mein Kopf wohl puterrot aussah.

Auch mein Chef befahl mir, auf der Stelle umzukehren und mich auszukurieren. Leider bugsierten sie mich aus dem Büro, bevor ich die Gelegenheit bekam, das stille Örtchen aufzusuchen und mir diese vermaledeiten Dinger rauszuholen. Der Spießrutenlauf wiederholte sich.

Während ich nun darauf bedacht war, so wenig Rotation wie nur möglich in diese Teile zu bringen, mich also komplett auf mein Innenleben konzentrierte, rempelte mich jemand an.

»Oh, Entschuldigung«, stammelte ich unvermittelt, obwohl ich gar nicht wusste, ob das nun meine Schuld war, dass meine Beine nachgegeben hatten.

Strahlend blaue Augen eroberten mich im Sturm, mich, die sonst gar nicht so auf Äußerlichkeiten stand.

»Ist doch nichts passiert. Darf ich Ihnen helfen?«

Die gereichte Hand nahm ich gerne, denn der Bürgersteig, auf dem ich saß, war nicht gerade warm.

»Sie haben ja ganz kalte Hände. Darf ich Sie zu einem Kaffee einladen?«

Der Mann sprach das so bestimmend aus, trotz seiner Frage, dass gar keine Gelegenheit erhielt, Nein zu sagen. So schritt ich, innerlich immer noch bebend und nun mit einem Kribbeln zusätzlich versehen, neben diesem Exemplar männlicher Natur her und bemüht, keine auffälligen Geräusche zu produzieren.

Endlich sitzend musterte ich diesen Kerl, genau mein Fall, aber wie man weiß, Prinzen plumpsen nicht einfach so vom Himmel, Traummänner auch nicht, Vorsicht war geboten.

Es wurde ein interessanter Vormittag, lustig und beschwingt, denn außer Kaffee gab er mir noch drei Gläser Sekt aus. Die anderen Gäste schauten des Öfteren zu uns herüber, aber das war mir dermaßen egal, schließlich war dieser Mann perfekt.

Verspannte Muskeln

Zwischendurch verschwand ich auf die Toilette und entfernte die unfreiwilligen Lustbringer, um ungestört von allem Smalltalk zu halten. Mehr wurde es nicht.

Zuhause schwebte ich wie auf einer Wolke herum. Etwas, das ich kaum mehr für möglich hielt, ereilte mich, das Verliebtsein. Nur doof, dass ich außer seinem Vornamen nichts weiter kannte. Keine Telefonnummer, keinen Nachnamen und auch keine Adresse. Als ich das erkannte, fiel ich auf den Boden der Tatsachen zurück. Der Schwebezustand endete abrupt.

Eine SMS erreichte mein Handy.

»Liebe Saskia,

nicht traurig sein. Du weißt doch, Wünsche …«

Anonym, so ein Mist. Wieder keine Nummer. Aber woher wusste mein Schenkender von meiner Misere?

Heulend legte ich mich auf mein Sofa und glotzte in den Fernseher. Alles lief an mir vorbei, die Gedanken, die Sendungen, der Tag.

Dass so ein Sofa unbequem ist, spürte ich am nächsten Morgen in meinen Knochen. Den Franzbranntwein in meinem Adventskalender hätte ich im Affekt am liebsten gegen die Wand geworfen, nutzte diesen aber, um die verspannten Muskeln zu behandeln.

Die Energie verloren, rief ich meinen Hausarzt an, um einen Termin zu bekommen. Normalerweise sieht er mich alle Jubeljahre einmal, aber an diesem Tag war mir einfach nach Sterben. Das wollte ich zuhause tun. Nett, wie der ältere Doktor nun einmal war, und weil ich so selten kam, schrieb er mich direkt bis Weihnachten aufgrund seelischer Gemütsschwankungen, sprich Depressionen, arbeitsunfähig. Er riet mir jedoch, viel durch die frische Luft zu laufen und das Grübeln sein zu lassen.

Meine warme Decke, heißer Tee und blödsinnige Serien vertrieben mir diesen Tag.

Ort der Erholung

Am nächsten Morgen, meine Augen waren noch halb geschlossen, klingelte es. Ohne Wecker wusste ich nicht, wie viel Uhr es war und schlurfte in meine Decke gehüllt zur Tür.

»Guten Morgen, junge Frau. Ich soll Sie hier abholen und zu einem Ort der Erholung bringen. Kleidung benötigen Sie keine.«

»Ich … Ähm …«, begann ich zu stottern. »Ich bin noch gar nicht richtig wach. Erst einmal einen Kaffee. Wollen Sie auch einen?«

»Ja, gerne. Danke schön.«

Noch immer nicht richtig bei Sinnen ließ ich meine Umhüllung fallen und ging in die Küche. An der Kaffeemaschine stehend spürte ich auf einmal ein Streicheln über meinen blanken Rücken. Ruckartig drehte ich mich um. Mein Fahrer blinzelte mir zu.

»So war das mit ohne Kleidung nicht gemeint, junge Frau. Sehen Sie nur, was Sie mit diesem köstlichen Anblick bei mir angerichtet haben.«

Die Beule in seiner Hose schien jene zu sprengen. Augenblicklich erwachte der kleine Teufel in mir. Mein Unterleib vibrierte wie ein Küchenwecker. Seit wann reagierte ich dermaßen auf männliche Reize? Da war ein so typisches Klischee für Männer. Was sollte ich tun? Die Lust hatte mich gepackt. So zerrte ich den Mann hinter mir her ins Schlafzimmer, im Nachhinein interessant, dass er keinen Widerstand leistete, und stieß ihn auf mein Bett. Im Nu war die Barriere durchbrochen, der Reißverschluss geöffnet und der Penis befreit.

Wo lagen die Kondome, wenn man sie benötigte? Ich fand keine in erreichbarer Nähe und so setzte ich mich einfach auf das sich mir anbietende Gebilde männlicher Erregung. Der Stoff der Hose rieb an meinen Lippen, meinem Kitzler, erzeugte damit ein Verlangen nach wildem Sex. Hart presste mein Unterleib gegen seinen, um ihn tief in mir aufnehmen zu können. Das Rotieren weckte die noch schlafenden inneren Zonen.

Objekt der Begierde

Im Gegensatz zu dem Pagen wusste der Fahrer sofort, was ich brauchte. Seine Hände ergriffen meine Brüste und kneteten diese in genau der richtigen Stärke durch. Zugegeben, ich war froh, dass Frau Schmidt nicht da war, meine Schreie zu regulieren, ein Unding. Meine Knospen in seinen Fingern schickten Blitze durch den Bauch und meine Vagina massierte sein Glied unablässig. Ich molk ihn förmlich, immer im Hinterkopf behaltend, dass ich frühzeitig absteigen musste.

»Junge Frau, nicht so stürmisch. Sie reißen ihn mir ja ab.«

Ich sah in seine Augen, blaue Augen. Entsetzen war ersichtlich und ich hielt mit meinem Handeln inne. Obwohl die Zuckungen noch nicht abgeebbt waren, ich eigentlich viel mehr davon wollte, erhob ich mich und entließ das Objekt der Begierde aus meiner Öffnung mit einem Schmatzen. Gerade noch rechtzeitig, denn der Springbrunnen sprudelte, kaum dass er mich verlassen hatte.

Irgendwie wurde mir diese Situation peinlich.

»Alles ist gut, junge Frau. Sie müssen sich nicht schämen. Sie haben einen alten Mann gerade sehr glücklich gemacht.«

Schnell bekleidete ich meine Nacktheit, rannte in die Küche und schenkte den Kaffee, der zwischenzeitlich durchgelaufen war, in zwei Tassen.

»Wie heißen Sie eigentlich?«, fragte ich den Fahrer, der inzwischen zu mir in die Küche gekommen war.

»Mein Name tut nichts zur Sache. Ich bin nur Ihr Fahrer. Wir werden dieses kleine Abenteuer am besten vergessen. Es gehörte zu keinem Plan.«

Ein Plan? Davon hörte ich zum ersten Mal. Bewusst, dass er mir das nicht weiter erläutern würde, verzichtete ich auf andere Fragen. Schweigend tranken wir unsere Bohnensuppe und ich packte anschließend das Nötigste ein. Dieses Mal auch, auf Nachfrage, den kompletten unverbrauchten Adventskalender.

Allerdings öffnete ich das 18. Türchen, bevor wir losfuhren.

Ungeplant und doch geschehen

»Liebe Saskia,

so ein ungeplanter Morgenfick zur Überraschung . Ungeplant, dennoch passiert. Mir bleibt nichts verborgen. Kein Wunsch, ich weiß, du hast ein bisschen Ablenkung nötig gehabt und es hat sich doch passend ergeben.

Lass dir die Augen verbinden und führen. Nicht mehr viele Tage und die sollst du im Paradies verbringen.

Vielleicht treffen wir uns dort.

Dein Mr. X«

Ungeplant und doch geschehen. Wie konnte das vorher aufgeschrieben worden sein, wenn es nicht geplant gewesen war? Ich kam mir vor wie in einem Agentenfilm, in dem sich die Botschaften von selbst zerstörten, sobald sie gelesen waren. Nur irgendwie andersherum. Es fand sich in meinem Kopf einfach keine Erklärung für diesen Adventskalender.

Das Paradies vor Weihnachten entpuppte sich, nach einer Fahrt und einem Flug als Insel. Wie man sich das vorstellt. Weißer Sandstrand, Palmen, blaues Wasser, bunte Fische, immer strahlende Kellner, Sonne, Urlaub eben wie aus dem Katalog.

Was soll ich berichten? Ich genoss die folgenden Tage, vernaschte den ein oder anderen Herrn und lebte. Und liebte, obwohl es ja nur Sex war, keine Liebe, die tief aus meinem Inneren kam

Dieser Faktor fand immer mehr in mein Bewusstsein. Es fehlte etwas. Die Päckchen ließ ich unbeachtet, irgendetwas sagte mir, öffnete ich sie, fiele ich in ein ganz tiefes Loch und das war nicht meine Intention. Außerdem fehlte die weihnachtliche Stimmung, hier im Urlaub.

Der letzte Abend kam, Heiligabend. Die Vorbereitungen für die Festlichkeiten liefen beim Personal des Hotels. Mit Aufregung erwarteten alle die große Überraschung des Abends. Ein besonderes Event. Was wäre das für mich?

Eigentlich überwog die Vorfreude, am nächsten Tag wieder in heimischen Gefilden zu weilen. Immer noch unbeachtet blieben die Päckchen im Kleiderschrank, nur das mit der Nummer 24 lockte. Das Letzte dieses Adventskalenders. Klein und mit einer wunderschönen Schleife verziert.

Was sich darin befand erfahrt ihr im letzten Teil meines Adventkalenders >>>

Eure Doris Anbetracht


© Copyright · Autor: Doris Anbetracht | · Fotos: Thanks for your Like • Pixabay

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