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Der kleine Schmetterling

Photo by Ray Hennessy on Unsplash

Am nächsten Morgen, der zum Glück für mich ein Sonntag war, schwelgte ich in den Sphären dieser Glückseligkeit. Regentropfen klopften an meine Schlafzimmerfenster, luden mich ein, länger liegen zu bleiben und in Erinnerungen zu schwelgen. Der Gedanke, dass ich mich eigentlich wie eine Hure benommen hatte, ließ mich kalt. Denn dem war nicht so. Jeder Mann hatte mir Lust und Freude gebracht.


Du kennst die Vorgeschichte? Wenn nicht, hier geht es zu Teil 1 >>>


So gut fühlte ich mich schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Aber kleine Nachwehen existierten. Meine Vagina fühlte sich etwas misshandelt an, so viel Sex an einem Abend nach so langer Abstinenz war sie nicht mehr gewohnt. Hoffentlich war in dem Türchen für heute nicht noch mehr davon. Eine Pause konnte nicht schaden. Türchen Nummer 7 entpuppte sich als wohltuender Balsam.

»Liebe Saskia,

du wirst den vorigen Abend sehr genossen und gefeiert haben. Damit sich dein Körper wieder von den wunderbaren Strapazen erholen kann, wird dir ein Ausruhtag hilfreich sein. Genieße ihn in der Badewanne.

Dein Mr. X«


Gastbeitrag © Copyright Doris Anbetracht


Woher konnte der Ersteller des Adventskalenders eigentlich wissen, dass ich wirklich der Aufforderung, seiner Einladung in diesen Club, gefolgt war? Und dass ich wirklich körperliche Aktivitäten absolviert hatte, die mir einen Tag ohne auf nötigten? Ein bisschen unheimlich war die ganze Angelegenheit inzwischen. Was als nett gemeinter Adventskalender begann, wurde jetzt ein Mysterium.

Das warme Wasser und die zerplatzenden Schaumblasen zerstreuten meine Bedenken schnell. Anschließend wurde der Resttag ein Faulenzertag. Auch die folgenden Tage waren mit Ruhe gesegnet. Nur Kleinigkeiten wie Creme, Tee und eben gewöhnliche Dinge waren zum Auspacken vorhanden.

Donnerstag darauf ging die Geschichte wieder in die erotische Schiene. Eine Tube in einer sehr luxuriösen Aufmachung. Gleitgel mit Wärmeeffekt. Wofür sollte diese zur Anwendung kommen?

Am nächsten Tag

Abends war die Neugier einfach zu groß, da ja keine Nachricht bei dieser delikaten Tube dabei lag. Mit bereits vor Erwartung feuchten Fingern drehte ich den Verschluss auf, presste etwas des Inhaltes auf den Zeigefinger und rieb mir damit meine Klitoris ein. Das Kribbeln, das schon vorher anwesend war, verstärkte sich. Immer wieder glitt ich zwischen meine Schamlippen, zurück zur Perle und spürte das Blut in meine Scham einschießen. Die Erregung wuchs mit jeder Fahrt mehr. Die Hitze, nicht unangenehm, intensivierte mein Verlangen nach mehr. Meine äußeren Lippen waren hart, dick und sehr empfindlich. Von der normalerweise kleinen Erhebung nicht zu reden. Es flutschte, wie man so schön sagt. Obwohl, benötigt hätte ich das Mittel zum Zweck nicht.

Mit dem Wissen, was mir den richtigen Kick bringt, brachten mich meine Finger schnell zum gewünschten Höhepunkt. Die Wärmefunktion des Gels half lediglich bei der Geschwindigkeit. Wofür also sollte ich es anwenden?

Die Antwort kam am nächsten Tag. Der Tageskarton war neutral. Darin ein Karton und wieder eine Nachricht meines unbekannten, überaus wissenden Absenders, dem meine geheimsten Wünsche bekannt waren, ohne dass ich sie jemals einem anderen Menschen anvertraut hatte.

»Liebe Saskia,

erschrick nicht. Einer deiner Wünsche ist in diesem Päckchen. Verrucht, intim, nur für dich. Anwendbar jederzeit und wann du es willst. Es ersetzt mithin zwei Männer, damit die Einsamkeit nicht dein sexuelles Schicksal wird.

Wie immer wünsche ich dir viel Spaß damit.

Dein Mr. X«

Neugierig? Ich? Niemals!

Etwas, was zwei Männer ersetzt? Was könnte das wohl sein? Ich gebe zu, es zu keinem Zeitpunkt mit zwei Herren gleichzeitig getrieben zu haben. Die Sehnsucht nach diesem Abenteuer schwelte jedoch seit Jahren in mir. Wie es sich anfühlte, beide Eingänge straff ausgefüllt zu bekommen. Stöße mit unterschiedlicher Wucht zu empfangen oder im entgegengesetzten Takt.

Ekstatische Sphären

Träume eben, die kein Partner vorher hätte mittragen wollen, zu sehr nagte allein schon die Eifersucht an ihnen.

Nachempfinden kann ich das, schließlich wollte ich auch nicht teilen, aber … Spaß haben ist doch nicht auf Dauer ausgerichtet, Abenteuer sind oftmals eine zeitlich kurzweilige Angelegenheit, auch beim Sex. Nichts mit Gefühlen, sondern einfach nur für den danach dürstenden Körper. Ja, die Trennung beider fällt oftmals sehr schwer. Also gab es das Erlebnis nur in meinen nächtlichen Eskapaden des Schlafes.

Des Rätsels Lösung folgte beim Auspacken. Ein wunderschöner, lebensecht wirkender Dildo kam zum Vorschein. Einer zum doppelt penetrieren. Der vaginale Teil war realistisch geformt, fühlte sich in den Fingern auch an wie der erigierte Penis eines Mannes. Adern und eine Silikonlippe als Vorhautersatz komplettierten das Erscheinungsbild. Die Größe und Breite passten genau zu meinem Bedürfnis, um zu wissen, ja, das könnte hinkommen. Aber dieser Teil für den Hintereingang. Ich gebe zu, anal ist nicht mit meiner Vorliebe gesegnet. Scheinbar bekannt, denn der hintere Teil bog sich schmal, aber ebenso lang wie der vordere, in die Richtung. Nicht verheimlichen darf ich ein weiteres Extra, einen Klitkitzler. Ehrlich, hat schon mal jemand einen solchen Dildo gesehen? Ich bis dato nicht.

Und es war gemein, Freitagmorgen und der Job rief. Ich würde warten müssen bis zum Nachmittag. Aber, mal ganz wirklich ehrlich, stand in der Nachricht nicht, wann ich wolle? Das Frühstück ausfallen lassen und stattdessen in ekstatischen Sphären wandeln?

Ich setzte diesen Plan um. Wie würde er sich in mir anfühlen oder besser, wie wäre die Reaktion meines inzwischen aufgeheizten Unterleibs auf diese Invasion an Reizen? Meine Vagina lief bereits aus, da benötigte ich kein Gleitgel. Für den hinteren Eingang kam es zum Einsatz.

Ein leichtes Zucken

Der Damm zwischen meinen beiden Öffnungen war dermaßen empfindlich, dass meine Scheidenmuskulatur zu zucken begann, ohne bereits eine Handlung ausgeführt zu haben, die das hervorrief. Das leichte Darüberstreichen reichte bereits aus. Das Gel wärmte meinen Finger, der sich auf den selten für diese Wonnen benutzten Eingang legte.

Mit leichtem Druck gab der Muskel nach und mein Finger verschwand in mir. Ein eigenartiges Gefühl, denn bisher hatte ich mir höchstens Zäpfchen eingeführt, die mit Wollust keinen Bezug hatten. Auch hier sorgte das Gleitmittel für eine wohlige Wärme. Um auch nicht das geringste Empfinden in Richtung Schmerz zu bekommen, wiederholte ich diese Prozedur mit beiden Fingern und noch mehr Gel. Ein leichtes Zucken begleitete meine beide Extremitäten und umschlossen sie ein wenig.

Mein Liebessaft hatte die unteren Lippen benässt. Mein Kitzler stand hart ab. Eigentlich war ich bereit, den ultimativen Kick zum Wachwerden zu erleben, als es an der Tür schellte.

Schöne Scheiße. Da ja noch Licht in meiner Wohnung brannte und das Radio lief, konnte ich das nicht ignorieren. Manchmal klingelte meine Nachbarin, wenn sie Hilfe benötigte. Die ältere Dame wohnte alleine, wollte in kein Altersheim, was ich verstehen kann, und brauchte zeitweilig einen Kasten Wasser oder Waschmittel oder eben etwas, was sie nicht mehr tragen konnte. Schnell schlüpfte ich daher in meine Jogginghose und eilte zur Wohnungstür.

»Guten Morgen, Frau Meyer. Ich habe gesehen, dass … Oh mein Gott Kindchen, Sie haben ja ganz rote Wangen. Sind Sie etwa krank?«

Erst jetzt wurde mir bewusst, dass mein gesamter Körper in Erwartung auf die kommende Befriedigung erhitzt war. Das konnte ich ihr aber jetzt schlecht sagen.

»Und kurzatmig sind Sie auch.«

Mein inneres Feuer

Ja, ich gab innerlich zu, etwas zu keuchen. Denn das Gel wärmte meinen Darm, verstärkte dort das wollüstige Kribbeln, das ich mit Mühe versuchte, unter Kontrolle zu halten.

»Frau Schmidt, ja, so richtig gut geht es mir nicht. Bitte sind Sie mir nicht böse, wenn ich Ihnen heute nichts mitbringen kann.«

»Ach, Kindchen. Halb so wild. Eigentlich wollte ich Ihnen nur Bescheid geben, dass meine Tochter mich nachher abholen kommt. Sie wird mich bis nach den Feiertagen zu sich nehmen. Nur damit Sie sich keine Sorgen machen müssen, falls Sie nichts von mir hören und sehen.«

Der Seufzer aus meinem Mund kam von Herzen. Sowohl als auch.

Nachdem ich die Tür wieder geschlossen hatte, meldete ich mich auf der Arbeit krank. Mein inneres Feuer brannte so lichterloh, dass an ein konzentriertes Arbeiten heute nicht zu denken war. Krank wegen Wollust. Wenn es das mal gäbe.

Die Ablenkung brachte den Magen, der nach Füllung schrie, zum Vorschein. Nun, da ja kein Rausgehen aus der Wohnung erforderlich war, konnte das Frühstück nachgeholt werden. Immer wieder glitten meine Finger an meine erneut entblößte Scham. Nackt lief ich in der Wohnung herum, spürte diese Erregung in mir, die alles für sich eingenommen hatte. Dieses Lampenfieber wie vor einem Date.

Der Zeitpunkt des Aufeinandertreffens des Geschenkes und meines Körpers, meiner intimen Stellen kam näher. Ungeduldig wand ich das Becken, vorfreudige Erwartung. Noch einmal präparierte ich zur Sicherheit meinen Hintereingang für diese Begegnung. Wieder durchzog Wärme meinen Darm und kleine Schauer liefen durch meinen gesamten Leib.

Der Moment, als die beiden Spitzen meine Öffnungen berührten. In der Ferne hörte ich bereits die Englein singen. Mit geschlossenen Augen folgte ich dem Hereingleiten.

Der kleine Schmetterling 

Der Phallus dehnte meine Lippen auseinander, bohrte sich durch den Druck meiner Finger unerbittlich in die Tiefen meiner Scheide und wurde begrüßt wie ein lange verloren geglaubter Freund. Aber auch der lange Hans, wie ich den hinteren Dildo getauft hatte, schloss sich seinem großen, dicken Kameraden an. Sanft gelangte er durch den Schließmuskel, der sich für ihn öffnete.

Der Herzschlag beschleunigte sich merklich, die Weitung beider Löcher ließ mich schnaufen. Immer schneller. Als die Zwei den Anschlag erreicht hatten, machte ich Pause. Der kleine Schmetterling lag auf meinem Kitzler, der Phallus berührte meinen Muttermund und Hans war einfach in mir versunken.

Bereits vorher hatte ich geschaut, wo der Kitzlervibrator zu aktivieren sei. Ein Schalter, verborgen im Mittelteil, der sich laut Anleitung nur anschalten ließ, wenn alles an Ort und Stelle sei. Fand ich zwar komisch, aber kurz darauf wusste ich, es hätte definitiv den Überraschungseffekt zerstört, wenn ich das vorher hätte testen können. Denn nicht nur der kleine Schmetterling begann zu vibrieren, nein, auch die beiden Eindringlinge waren mit technischem Schnickschnack gespickt.

Und die Überraschung gelang. Während der Phallus in Intervallen zu rotieren begann, ungleichmäßig, und damit absolut unberechenbar, pumpte Hans sich auf. Er dehnte meinen Darm auf, bevor das nächste Highlight auf mich zukam. Ein Pulsieren wie ein Penis beim Abspritzen. Im Nachhinein gebe ich zu, in meiner damaligen Verfassung erlebte ich einfach nur. Was genau geschah, fand ich erst mit der Zeit und Wiederholungen heraus.

Die dreifache Stimulierung meiner erogenen Zonen waren zu viel für mein Bewusstsein. Mit den geschlossenen Augen nahm ich die Sinnesreize intensiver wahr. So durchzogen Schauer nicht enden wollender Ekstase meinen Unterleib. Mehrfache Orgasmen schüttelten mich, unterschiedliche Arten, der klitorale, der vaginale, der zervikale und der anale.

Einzeln erlebt waren diese bereits wunderbar, aber in Kombination fegte ein Tornado über mich. Die Wogen der Erregung hielten mich lange auf einer Höhe unvergleichlichen Glücks.

Mehr dazu in Saskia’s Adventskalender Teil 4 … Die Fortsetzung gibt es am Freitag, den 13.12.2019 gegen 20:00 Uhr, hier auf spielplatz-der-Sinne.de.

Eure Doris Anbetracht

 


© Copyright · Autor: Doris Anbetracht | · Foto: Efes Kitap auf Pixabay

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